Response: Gemeinsam etwas bewegen – Forderungen aus dem Netzwerk Future Move Tanz
Sichtbarkeit von Tanz als Berufsfeld
Diese Forderungen zielen darauf ab, Tanz als Berufsfeld gesellschaftlich sichtbar zu machen, strukturell zu verankern und für alle sozialen Schichten zugänglich zu gestalten.
Forderung 1: Strukturelle Verankerung von Tanz im Bildungssystem
- Einführung von Tanz als reguläres Schulfach (inklusive Tanzgeschichte) an allen Schulformen
- Integration von Tanz und Kultur in Berufsorientierungsprogramme in Schulen
- Verpflichtende Aufklärung über Tanzberufe bereits in Kitas und Schulen
- Schaffung von Vorausbildungsmöglichkeiten und frühzeitiger Zugang zu Vorbildern
Forderung 2: Institutionelle Outreach-Verpflichtung
- Standardwechsel an Universitäten und Tanzakademien: aktives Outreach zu Jugendhäusern, Schulen und Kitas
- Aufbau lokaler Netzwerke zwischen Institutionen (Jugendamt, Tanzorten/-institutionen, Theater, Jugendzentren)
- Mehr Räume für Tanz im Theater und in öffentlichen Einrichtungen
Forderung 3: Transparenz und faire Arbeitsbedingungen
- Vollständige Transparenz über Gelder: Löhne, Förderungen (wer, wo, wie viel, warum)
- Transparenz in Auswahlprozessen für Ausbildung, Engagements und Förderungen
- Einführung von Quoten zur Gleichberechtigung auf allen Ebenen
- Förderung freier Strukturen für mehr Sichtbarkeit des Berufsfeldes
Forderung 4: Informationszugang demokratisieren
- Schaffung eines zentralen, barrierefreien Informationspools über Tanzberufe und Professionalisierungswege
- Gezielte Vermittlung von Informationen an Eltern und Familien
- Qualifizierung von Jobcenter-Mitarbeiter*innen zu Tanzberufen, -wegen und Möglichkeiten
- Systematische Aufklärung in Jugendzentren, Tanzschulen, Clubs, Kitas und Hochschulen
Forderung 5: Finanzierung von Weiterbildung und Professionalisierung
- Jobcenter-Finanzierung von Dance Intensives und Workshopprogrammen
- Praktikumsprogramme mit Einblicken in verschiedene Stile und Arbeitsweisen
- Projektfonds für Kulturelle Bildung mit Fokus auf Tanz (z.B. für Einrichtungen, betreutes Wohnen, Senior*innen)
- Förderung von Battles mit pädagogischer Begleitung
Forderung 6: Community-Building und Alumni-Strukturen
- Belebung des Jungen Tanzhaus Berlin als Community-Zentrum (z.B. durch Future Move Tanz)
- Etablierung von Alumni-Netzwerken mit Social-Media-Präsenz (Instagram, TikTok)
- Alumni-begleitete Praktika und Mentoring-Programme
- Plattformen für Wissensteilung und gemeinsame Entwicklung
Forderung 7: Sichtbarkeitskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit
- Nutzung öffentlicher Werbeflächen (z.B. Berliner Fenster) für Tanz-Kampagnen
- Koordinierte Social-Media-Strategien mit professioneller Beratung
- Plakate, Petitionen, Demonstrationen für die Rechte von Tanzschaffenden
- Organisation von Battles und Showcases an Schulen zur Information
Forderung 8: Skill-Entwicklung und Selbstorganisation
- Workshops für fehlende Skills (z.B. Videoaufnahmen, Ton, Schnitt, Social Media)
- Unterstützung bei Organisation, Spendenaufrufen und Formatentwicklung
- Beratungsangebote für selbstorganisierte Projekte und Kollektive
Forderung 9: Kooperationen und Finanzierungsmodelle
- Aufbau von Sponsoring-Kooperationen (z.B. mit Marken wie Snipes)
- Sachkooperationen (z.B. Kleidung, Equipment)
- Projektfonds speziell für Community-basierte Tanzprojekte
- Strukturelle Anbindungsmöglichkeiten für Alumni an bestehende Organisationen
Forderung 10: Identitätsbildung und gesellschaftliche Relevanz
- Förderung von Tanz als Instrument für Identitätsbildung und Gruppenprozesse
- Anerkennung des Bezugs von Tanz zur Selbst- und Weltwahrnehmung
- Stärkung des gesellschaftlichen Stellenwerts von Tanz als Beruf und Kunstform
Forderung 11: Strategische Umsetzung
- Expertise-Mapping: Wer bringt welche Kompetenzen mit?
- Konkrete Projektplanung mit Fördermitteln
- Professionelle Beratung für Umsetzungsstrategien (z.B. Anbindung an bestehende Strukturen)
- Ziel: Menschen systematisch in Tanzcommunities bringen und dort halten
Wissen teilen|(um-)verteilen
Diese Forderungen zielen darauf ab, hegemoniale Wissensstrukturen aufzubrechen, vielfältige Wissensformen anzuerkennen und Wissen als gemeinsames Gut demokratisch zu verteilen statt es institutionell zu monopolisieren.
Forderung 1: Wissensbegriff demokratisieren und erweitern
- Anerkennung von community-basiertem Wissen als gleichwertige Wissensform in Forschung und Praxis
- Aufbrechen einseitiger Wissenstransfers von Institutionen zur „Basis“
- Kritische Auseinandersetzung mit Akademisierung und exklusiven Wissens-Codes im Tanz
- Gleichstellung persönlicher Erfahrung und verkörpertem Wissen mit akademischen Qualifikationen
Forderung 2: Dekoloniale Wissenspraxis etablieren
- Systematische Aufarbeitung kolonialer Strukturen in Tanzwissen und -archiven
- Sichtbarmachung marginalisierter Perspektiven und Tanztraditionen
- Kritische Reflexion von Macht- und Ressourcenverteilung in Wissensproduktion
- Dezentrale Wissensspeicher statt zentralisierter, institutioneller Archive
Forderung 3: Alternative Professionalisierungswege schaffen
- Entwicklung anerkannter Weiterbildungsformate für Community Dancer ohne Zertifikats- und Abschlusszwang
- Anerkennung der Gleichwertigkeit von Student of Life und akademischen Abschlüssen (BA/MA of the Arts)
- Neudefinition von „Professionalität“ jenseits institutioneller Zertifizierung
Forderung 4: Institutionen transformieren und dezentralisieren
- Strukturelle De-Etablierung traditioneller Institutionen zugunsten flexibler, dezentraler Orte
- Kritische Selbstreflexion der Selbstdarstellung von Institutionen
- Auflösung des Konflikts zwischen Tradition/Legacy und Offenheit für Gegenwart/Zukunft
- Schaffung echter (nicht nur scheinbarer) Öffnung von Institutionen
Forderung 5: Zugänge systematisch erweitern
- Transparenz über ausbildungsrelevante Qualitäten und Tänzer*innenverständnisse
- Öffnung von Archiven mit niedrigschwelligen Zugängen und verbesserter Sichtbarkeit
- Schaffung queer*-einladender Räume in allen Tanzkontexten
- Flächendeckende Zugänglichkeit zu Tanzwissen im Alltag
Forderung 6: Begegnung und Austausch institutionalisieren
- Kompanien proben und arbeiten in Schulen, um Austausch und Begegnung zu ermöglichen
- Neugestaltung der Lehrkräfte an Tanzschulen: Wer unterrichtet? Wer hat Zugang?
- Förderung von Begegnungsformaten zwischen junger Sparte, Jugendclubs und professioneller Szene
- Etablierung interdisziplinärer Räume für Wissensaustausch
Forderung 7: Tanz als Bildungs- und Forschungsinstrument verankern
- Integration von Tanz als Schulfach und selbstverständlicher Teil der Bildung
- Anerkennung von Tanz als legitimes Forschungsinstrument
- Nutzung von Tanz für Teambuilding und soziale Prozesse
- Systematische Weitergabe von Tanzkultur über Schule, Familie, Community und Institution
Forderung 8: Flächendeckende Strukturen entwickeln
- Konzeption bundesweiter/landesweiter Strategien zur Demokratisierung von Tanzwissen
- Dezentrale Verteilung von Ressourcen statt Konzentration in urbanen Zentren
- Schaffung von Platz und Raum für vielfältige Tanzpraktiken außerhalb etablierter Institutionen
Forderung 9: Theorie und Praxis verbinden
- Gleichwertige Behandlung von Tanzgeschichte, Schulen, Institutionen, Theorie und Praxis
- Aufbrechen der Hierarchie zwischen theoretischem und praktischem Wissen
- Kulturweitergabe als gemeinsame Verantwortung verschiedener Akteur*innen
Forderung 10: Macht- und Ressourcenfragen adressieren
- Transparenz über Zusammenhänge zwischen Wissen und Macht
- Umverteilung von Ressourcen zur Wissensproduktion
- Kritische Reflexion: Kann institutionelles Wissen mit persönlichem Interesse vereinbart werden?
Anerkennung von Expertisen: Gegeninstitutionen?
Diese Forderungen zielen darauf ab, die Expertise der freien Szene anzuerkennen, alternative Bildungs- und Professionalisierungswege zu legitimieren und selbstorganisierte, community-basierte Strukturen als gleichwertige Akteure im Tanzfeld zu etablieren.
Forderung 1: Alternative Bildungswege anerkennen und fördern
- Anerkennung nicht-universitärer Ausbildungswege als gleichwertige professionelle Qualifizierung
- Abkehr von der Zertifikatsorientierung hin zur Anerkennung praktischer Expertise und gelebter Professionalität
- Entwicklung von Finanzierungsmodellen für alternative Bildungswege mit angemessener Bezahlung
- Ermöglichung kostenloser Vorausbildung auch an Universitäten und Tanzakademien
Forderung 2: Wissensaustausch und kollektive Lernstrukturen etablieren
- Förderung von Shared Practices zwischen freier Szene und etablierten Institutionen
- Finanzierung regelmäßiger, kostenloser Kurse und Workshops für die Tanzgemeinschaft
- Plattformen für verbalen und non-verbalen Wissensaustausch auf Augenhöhe schaffen
- Systematische Aufklärungsarbeit und gebündelte Informationsbereitstellung
Forderung 3: Netzwerkstrukturen nachhaltig fördern
- Finanzierung regelmäßiger Netzwerktage und -wochen
- Aufbau nachhaltiger Organisationsstrukturen mit geteilter Verantwortung
- Unterstützung niedrigschwelliger, hierarchiearmer Community-Strukturen
- Stärkung politischer Vernetzung innerhalb der Tanzszene
Forderung 4: Sichtbarkeit und Anerkennung erhöhen
- Institutionelle Anerkennung der Expertise und Professionalität selbstorganisierter Netzwerke
- Förderung von Formaten, die Expertisen der freien Szene sichtbar machen
- Nutzung von Social Media und digitalen Plattformen zur Verbreitung von Wissen und Praktiken
- Positionierung der Tanzszene als eigenständige, expertisebasierte Community
Forderung 5: Zugänglichkeit systematisch verbessern
- Etablierung rotierender Offener Tage/Wochen in verschiedenen Institutionen, Orten und Communities
- Niedrigschwellige Formate, die verschiedene Szenen und Gemeinschaften erreichen
- Community-orientierte Bedarfserhebung: „What does acknowledgment look like for you?“
Forderung 6: Leistungs- und Skillzwang dekonstruieren
- Kritische Auseinandersetzung mit Leistungsdruck in Ausbildung und Beruf
- Anerkennung diverser Wissensformen jenseits klassischer Skill-Hierarchien
- Wertschätzung geteilten Wissens als professionelle Expertise
Forderung 7: Bestandsaufnahme und bedarfsorientierte Entwicklung
- Systematische Recherche: Welche Strukturen existieren bereits?
- Identifikation von Lücken: Was fehlt noch?
- Orientierung an aktuellen Needs der Tanzszene statt an tradierten Strukturen
- Entwicklung sofort umsetzbarer Maßnahmen parallel zu langfristigen Strukturveränderungen
Forderung 8: Gegeninstitutionelle Strukturen aufbauen
- Förderung selbstverwalteter, community-basierter Organisationsformen als Alternative zu klassischen Institutionen
- Finanzielle Gleichstellung gegeninstitutioneller Strukturen mit etablierten Einrichtungen
- Anerkennung alternativer Governance- und Entscheidungsmodelle
Bedürfnisorientierung
Diese Forderungen zielen darauf ab, Tanzstrukturen radikal an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen auszurichten und dabei besonders marginalisierte Perspektiven zu zentrieren, statt Menschen an starre institutionelle Vorgaben anzupassen.
Forderung 1: Sichere und inklusive Räume schaffen
- Zugänglichmachung von Räumlichkeiten für die Streetstyle-Szene und urbane, freie Tanzszene
- Nutzung leerstehender Schulräume am Abend für die freie Szene
- Schaffung eigener Spaces für neurodivergente Menschen
- Etablierung von Rückzugsorten in allen Tanzräumen
- Raumgestaltung nach dem Prinzip „The better room meets all inclusive“
Forderung 2: Awareness und Anti-Diskriminierung strukturell verankern
- Verpflichtende Awareness-Konzepte in allen Tanzinstitutionen (öffentliche Kommunikation, klare Rollenverteilung, bewusste Werbung)
- Entwicklung und Implementierung von Verhaltenskodizes (Code of Conduct) für alle Tanzräume
- Systematische Begegnung von Queerfeindlichkeit, patriarchaler Gewalt und Machtungleichheiten
- Grundsätzliche Bewusstseinsschaffung und Aufklärung in Communities
- Besondere Berücksichtigung von FLINTA-Personen, neurodiversen, rassifizierten, queeren, armutsbetroffenen und disabled Menschen
Forderung 3: Access Rider als Standard etablieren
- Verpflichtende Nutzung von Access Ridern zur Benennung der Bedürfnisse von Teilnehmenden
- Klare Kommunikation von Ansprechpersonen und Awareness-Teams in jedem Raum
- Intersektionale und inklusive Planung von Teams und Veranstaltungen
- Schulung von cis-hetero Männern zum Verständnis und Umgang mit Access Ridern
Forderung 4: Ausbildungsstrukturen reformieren
- Infragestellung der starren dreijährigen Ausbildungsformate zugunsten flexibler Längen und Intensitäten
- Mehr Freizeit und Zeit für Leben und Essen in Tanzausbildungen
- Abkehr vom ausschließlichen Leistungsgedanken und Endprodukt-Fokus
- Berücksichtigung individueller Ziele und Bedürfnisse statt standardisierter Anforderungen
- Hochschulen müssen sich an Menschen anpassen, nicht umgekehrt
Forderung 5: Psychosoziale Unterstützung ausbauen
- Psychologische Beratungsstellen mit spezifischem Fokus auf Tanz an allen Tanzhochschulen
- Ansprechpersonen an Hochschulen und in der freien Szene für persönliche Bedürfnisse (z.B. Finanzierung)
- Strukturelle Unterstützung für mentale Gesundheit von Tanzschaffenden
Forderung 6: Praktische Infrastruktur verbessern
- Öffnung von Mensen auch abends für Tanzstudierende
- Mehr finanzielle Mittel bei weniger bürokratischen Vorgaben
- Flexibilität und Individualität bei der Erfüllung von Bedürfnissen
Forderung 7: Informationszugang demokratisieren
- Transparente, zugängliche Informationsquellen zu Bewerbungsverfahren, Anmeldungen, Jobsuche
- Klare Benennung von Ansprechpersonen in allen Institutionen
- Aufklärung über verschiedene Ausbildungswege (Tanzschulen, Schulen, Hochschulen, Akademien, Sessions, Theater, Classes)
Forderung 8: Sprache und Repräsentation dekolonisieren
- Überarbeitung des Wordings in Ausschreibungen (Theater, diaspora, zeitgenössisch)
- Sichtbarkeit afrodiasporischer Perspektiven und dis-abilities
- Kritische Auseinandersetzung mit elitären Strukturen (z.B. an Hochschulen)
- Reflexion von Form vs. Inhalt in Studiengängen (z.B. Master Critical Dance Studies, Ballett- und Theatergeschichte, Dramaturgie, Journalismus)
Forderung 9: Politische Organisation ermöglichen
- Zeit und Ressourcen für politische Selbstorganisation von Tanzschaffenden
- Organisation von Tanzdemos als politisches Statement
- Kooperation mit Tanzschulen, Jugendzentren und Dance Communities bei Demos
- Schaffung von Dance Spaces in Parks, offen für alle Communities
- Anerkennung von Tanz als politischer Praxis und Social Justice-Instrument
Forderung 10: Lern- und Lehrkultur transformieren
- Aufbrechen der Hierarchie zwischen Lernenden und Lehrenden: „Lehrende und Lernende sind Lehrende und Lernende“
- Abschaffung von Leistungsdruck als dominierendem Prinzip
- Respekt für die kulturellen Ursprünge verschiedener Tanzstile
- Anerkennung der politischen Geschichte des Tanzes (Social Justice, Dance is political)
Forderung 11: Kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung
- Systematische Nachbereitung und Evaluation mit Feed-Forward-Prinzip
- Regelmäßige Netzwerktreffen und Austausch von Practitioners
- Vernetzung verschiedener Spaces, Stile und Institutionen
- Kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse
Forderung 12: Kollektivität und Widerstand stärken
- Förderung von Kollektivität und Community als Gegenprinzip zu Vereinzelung
- Unterstützung von Widerstandspraktiken gegen diskriminierende Strukturen
- Stärkung solidarischer Netzwerke
unreach/inreach – Transparenz und Zugänge
Diese Forderungen zielen darauf ab, den Tanzbereich diverser, zugänglicher und gerechter zu gestalten sowie strukturelle Barrieren systematisch abzubauen.
Forderung 1: Zugang zu Ausbildung demokratisieren
- Abschaffung klassischer Audition-Verfahren zugunsten offenerer, diskriminierungssensibler Auswahlprozesse
- Einführung transparenter, objektiver Bewertungskriterien für Aufnahmeprüfungen
- Etablierung von Quotenregelungen an Tanz-Universitäten zur Förderung unterrepräsentierter Gruppen
- Schaffung inklusiver universitärer Ausbildungsstrukturen für Menschen mit Behinderungen
Forderung 2: Barrieren systematisch abbauen
- Einrichtung niedrigschwelliger Formate wie Gasthörer:innenschaften, Hospitanzen und Tage der offenen Tür
- Gezielte Ansprache und Werbung bei diversen gesellschaftlichen Gruppen
- Entwicklung von Jungstudien-Programmen als Brücke zur professionellen Ausbildung
- Bereitstellung barrierearmer Mikroförderung für junge Tanzschaffende
Forderung 3: Institutionen strukturell transformieren
- Verpflichtende Selbstreflexionsprozesse mit professioneller Moderation in Kulturinstitutionen
- Diversifizierung des Lehrpersonals (nächste freie Stellen prioritär für BiPoC/Menschen mit Behinderungen)
- Fortbildungsprogramme für Leitungsebenen zu Diversität, Antidiskriminierung und inklusiven Arbeitskulturen
- Stärkung der Zusammenarbeit mit Diskriminierungsbeauftragten
Forderung 4: Transparenz und faire Arbeitsbedingungen
- Veröffentlichung von Honoraruntergrenzen und Bezahlungsstrukturen
- Transparente Darstellung von Förderkriterien, insbesondere für Vermittlung, Partizipation und Bürgerbühnen-Formate
- Zentrale Anlaufstelle für Open Calls, Projektausschreibungen und Stellenangebote (z.B. über Tanzhaus NRW)
Forderung 5: Begleitung und Unterstützung
- Etablierung von Mentoring-Programmen zur Berufsvorbereitung (inkl. Selbstständigkeit)
- Psychologische Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen gegen studienbedingte Belastungen
- Kontinuierliche Begleitung zu Zukunfts- und Berufsperspektiven während des Studiums
- Konsequente Evaluation der universitären Lehre mit verpflichtenden Maßnahmen
Forderung 6: Begegnung und Vernetzung fördern
- Schaffung von Begegnungsräumen zwischen Institutionen und jungen Tanzschaffenden
- Etablierung hochschulübergreifender Strukturen und regelmäßiger Netzwerktreffen
- Förderung von Community Arts und interdisziplinären Gemeinschaftsprojekten
Forderung 7: Umverteilung von Ressourcen
- Verschiebung von Mitteln von Produktionen hin zu Vermittlungs- und Bildungsformaten
- Ausbau der Tanz-/Theater-Frühförderung
- Kritische Analyse erwünschter Körperformen, Geschlechterrollen und körperlicher Normen im Tanz
Forderung 8: Lebensrealitäten einbeziehen
- Entwicklung von Formaten, die bestehende Räume und Strukturen nutzen
- Handlungsorientierte, pragmatische Ansätze statt ausschließlich theoretischer Konzepte
- Zusammenarbeit unter Einbezug unterschiedlicher Wissensbestände und Perspektiven in gemeinschaftlichen Strukturen