Begriff

Gegeninstitution

Aus dem Begriffsfeld Institutionsentwicklung
  • Beschreibung von Silke Ballath

    Ich möchte den Begriff Gegeninstitution im Sinne eines Gegen-Raums beschreiben: bestehenden Strukturen, Strategien und Ziele einer Institution werden darin neu verhandelt, befragt und ggf. erschüttert, statt sie zu reproduzieren. Mit Oliver Marchart könnte also hervorgehoben werden, dass eine solche Praxis „die Bedingtheit und Kontingenz der Institution selbst aufgezeigt“ (Marchart 2005: 198) und deren Definitions- sowie Exklusionsmacht offenlegen muss. Der Gegen-Raum entsteht so als kollektive Unterbrechung innerhalb der Institution, die eine (Gegen-)Position und (Gegen-)Erzählung ermöglicht, ohne die Institution vollständig zu verlassen (vgl. Ballath 2024: 379, 421–422).

    Ballath, Silke (2024): Kontextspezifische (Aushandlungs-)Räume pluraler Beziehungsweisen. Ethnographie künstlerisch-edukativer Prozesse in einem Modellprogramm, München: kopaed.

    Machart, Oliver (2005): Die Institution spricht. Kunstvermittlung als Herrschafts- und als Emanzipationstechnologie, in: Meyer, Torsten/Kolb, Gila (Hg.), What’s next? Art Education. Ein Reader, München: kopaed, S. 194–201.