Verlernen bedeutet, sich von Gewissheiten zu lösen. Es heißt, Bekanntes nicht aufzugeben, sondern bereit zu sein, es neu zu betrachten. Welche Normen bestimmen unser Denken, unsere Institutionen und unsere Vorstellungen von Qualität? Verlernen ist eine Bewegung hin zu anderen Perspektiven. Es schafft Platz für Widersprüche, Irritation und neues gemeinsames Wissen. Verlernen ist Voraussetzung für Veränderung.
Bildungsinstitutionen werden oft mit dem Prozess des “Lernens” konnotiert. Nora Sternfeld betrachtet den Bildungsprozess jedoch als “dialektischen Prozess von Lernen und Verlernen” (Spivak). Die bereits gewonnene Wissensinhalte sollten reflektiert, kritisch hinterfragt und mittels des Erwerbs neuen Wissens umgebildet werden.